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Karmontag | Holy Monday

Erstes Klagelied | First Lamentation

gesprochen von | spoken by  Militärsuperior MMg. Stefan Gugerel, Geistlicher Rat

1 Weh, wie einsam sitzt da die einst so volkreiche Stadt! Einer Witwe wurde gleich die Große unter den Völkern. Die Fürstin über die Länder ist zur Fron erniedrigt. 2 Sie weint und weint des Nachts, Tränen auf ihren Wangen. Niemand ist da, sie zu trösten, unter all denen, die sie liebten. Untreu sind all ihre Freunde, sie sind ihr zu Feinden geworden. 3 In die Verbannung zog Juda aus Elend und harter Knechtschaft. Nun weilt sie unter den Völkern und findet nicht Ruhe. All ihre Verfolger holten sie ein mitten in der Bedrängnis. 4 Die Wege nach Zion trauern, niemand pilgert zum Fest, verödet sind all ihre Tore. Ihre Priester seufzen, ihre Jungfrauen sind voll Gram, sie selbst trägt Weh und Kummer. 5 Ihre Bedränger sind an der Macht, ihre Feinde im Glück. Denn Trübsal hat der HERR ihr gesandt wegen ihrer vielen Verfehlungen. Ihre Kinder zogen fort, gefangen, vor dem Bedränger. 6 Gewichen ist von der Tochter Zion all ihre Pracht. Ihre Fürsten sind wie Hirsche geworden, die keine Weide finden. Kraftlos zogen sie dahin vor ihren Verfolgern. 7 Jerusalem denkt an die Tage ihres Elends, ihrer Unrast, an all ihre Kostbarkeiten, die sie einst besessen, als ihr Volk in Feindeshand fiel und niemand da war, ihr zu helfen. Die Bedränger sahen sie an, lachten über ihre Vernichtung. 8 Schwer gesündigt hatte Jerusalem, deshalb ist sie zum Abscheu geworden. All ihre Verehrer verachten sie, weil sie ihre Blöße gesehen. Sie selbst seufzt und wendet sich ab. 9 Ihre Unreinheit klebt an ihrer Schleppe, ihr Ende bedachte sie nicht. Entsetzlich ist sie gesunken, niemand ist da, sie zu trösten. Sieh doch mein Elend, o HERR, denn die Feinde prahlen! 10 Der Bedränger streckte die Hand aus nach all ihren Schätzen. Ja, sie sah, wie Völker in ihr Heiligtum drangen; ihnen hattest du doch verboten, sich dir zu nahen in der Gemeinde. 11 All ihre Bewohner seufzen, verlangen nach Brot. Sie geben ihre Schätze für Nahrung, nur um am Leben zu bleiben. HERR, sieh doch und schau, wie sehr ich verachtet bin. 12 Ihr alle, die ihr des Weges zieht, schaut doch und seht, ob ein Schmerz ist wie mein Schmerz, den man mir angetan, mit dem der HERR mich geschlagen hat am Tag seines glühenden Zornes. 13 Aus der Höhe sandte er Feuer, in meine Glieder ließ er es fallen. Er spannte ein Netz meinen Füßen, rücklings riss er mich nieder. Er machte mich einsam und siech für alle Zeit. [1] 14 Schwer ist das Joch meiner Verfehlungen, von seiner Hand aufgelegt. Sie stiegen mir über den Hals; da brach meine Kraft. Preisgegeben hat mich der Herr in die Hand derer, denen ich nicht standhalten konnte. 15 Verworfen hat all meine Helden der Herr in meiner Mitte. Ein Fest rief er aus gegen mich, meine jungen Männer zu zerschlagen. Die Kelter trat der Herr gegen die Jungfrau, Tochter Juda. 16 Darüber muss ich weinen, mein Auge, ja, mein Auge fließt von Tränen. Fern von mir ist ein Tröster, mein Leben zurückzubringen. Einsam sind meine Kinder; denn der Feind ist stark. 17 Zion ringt die Hände, niemand ist da, sie zu trösten. Aufgeboten hat der HERR gegen Jakob seine Nachbarn, ihn zu bedrängen. Jerusalem ist unter ihnen zum Schandfleck geworden. 18 Er, der HERR, ist im Recht. Ich habe seinem Wort getrotzt. Hört doch, alle ihr Völker, und seht meinen Schmerz: Meine Mädchen, meine jungen Männer zogen in die Gefangenschaft. 19 Ich rief nach denen, die mich liebten; doch sie betrogen mich. Meine Priester, meine Ältesten sind in der Stadt verschmachtet, als sie Nahrung suchten, um am Leben zu bleiben. 20 HERR, sieh an, wie mir angst ist! Mein Inneres glüht; mir dreht sich das Herz im Leibe, weil ich mich so heftig widersetzt habe. Draußen raubte die Kinder das Schwert, was drinnen ist, gleicht dem Tod. 21 Sie hörten, wie ich stöhne; ich habe keinen Tröster. All meine Feinde hörten von meinem Unglück, freuten sich, dass du es bewirkt hast. Du brachtest deinen angekündigten Tag. Ihnen aber wird es ergehen wie mir; 22 all ihre Bosheit komme vor dich. Tu dann an ihnen, wie du an mir getan wegen all meiner Verfehlungen! Denn ich stöhne ohne Ende und mein Herz ist krank.

1 How doth the city sit solitary, that was full of people! how is she become as a widow! she that was great among the nations, and princess among the provinces, how is she become tributary! 2 She weepeth sore in the night, and her tears are on her cheeks: among all her lovers she hath none to comfort her : all her friends have dealt treacherously with her, they are become her enemies. 3 Judah is gone into captivity because of affliction, and because of great servitude: she dwelleth among the heathen, she findeth no rest: all her persecutors overtook her between the straits. 4 The ways of Zion do mourn, because none come to the solemn feasts: all her gates are desolate: her priests sigh, her virgins are afflicted, and she is in bitterness. 5 Her adversaries are the chief, her enemies prosper; for the LORD hath afflicted her for the multitude of her transgressions: her children are gone into captivity before the enemy. 6 And from the daughter of Zion all her beauty is departed: her princes are become like harts that find no pasture, and they are gone without strength before the pursuer. 7 Jerusalem remembered in the days of her affliction and of her miseries all her pleasant things that she had in the days of old, when her people fell into the hand of the enemy, and none did help her: the adversaries saw her, and did mock at her sabbaths. 8 Jerusalem hath grievously sinned; therefore she is removed: all that honoured her despise her, because they have seen her nakedness: yea, she sigheth, and turneth backward. 9 Her filthiness is in her skirts; she remembereth not her last end; therefore she came down wonderfully: she had no comforter. O LORD, behold my affliction: for the enemy hath magnified himself . 10 The adversary hath spread out his hand upon all her pleasant things: for she hath seen that the heathen entered into her sanctuary, whom thou didst command that they should not enter into thy congregation. 11 All her people sigh, they seek bread; they have given their pleasant things for meat to relieve the soul: see, O LORD, and consider; for I am become vile. 12 Is it nothing to you, all ye that pass by? behold, and see if there be any sorrow like unto my sorrow, which is done unto me, wherewith the LORD hath afflicted me in the day of his fierce anger. 13 From above hath he sent fire into my bones, and it prevaileth against them: he hath spread a net for my feet, he hath turned me back: he hath made me desolate and faint all the day. 14 The yoke of my transgressions is bound by his hand: they are wreathed, and come up upon my neck: he hath made my strength to fall, the Lord hath delivered me into their hands, from whom I am not able to rise up. 15 The Lord hath trodden under foot all my mighty men in the midst of me: he hath called an assembly against me to crush my young men: the Lord hath trodden the virgin, the daughter of Judah, as in a winepress. 16 For these things I weep; mine eye, mine eye runneth down with water, because the comforter that should relieve my soul is far from me: my children are desolate, because the enemy prevailed. 17 Zion spreadeth forth her hands, and there is none to comfort her: the LORD hath commanded concerning Jacob, that his adversaries should be round about him: Jerusalem is as a menstruous woman among them. 18 The LORD is righteous; for I have rebelled against his commandment: hear, I pray you, all people, and behold my sorrow: my virgins and my young men are gone into captivity. 19 I called for my lovers, but they deceived me: my priests and mine elders gave up the ghost in the city, while they sought their meat to relieve their souls. 20 Behold, O LORD; for I am in distress: my bowels are troubled; mine heart is turned within me; for I have grievously rebelled: abroad the sword bereaveth, at home there is as death. 21 They have heard that I sigh: there is none to comfort me: all mine enemies have heard of my trouble; they are glad that thou hast done it : thou wilt bring the day that thou hast called, and they shall be like unto me. 22 Let all their wickedness come before thee; and do unto them, as thou hast done unto me for all my transgressions: for my sighs are many, and my heart is faint.