500. Todestag Kaiser Maximilians I.

Der Andrang war enorm. Ritter und Damen von nah und fern waren am 12. Jänner 2019 zur St. Georgs-Kathedrale in Wiener Neustadt gereist um an diesem Samstagnachmittag des 500. Todestags Kaiser Maximilians I. zu gedenken. Dass diese denkwürdige Veranstaltung stattfand und so erfolgreich durchgeführt wurde, war dem Einsatz und dem organisatorischen Geschick der Komturei Niederösterreich – St. Georgs Kathedrale zu verdanken. Da sich in der St. Georgs-Kathedrale das Grab Maximilians befindet und der berühmte Monarch darüber hinaus in der Wiener Neustädter Burg auch zur Welt gekommen war, hätte es einen passenderen Ort für das Gedenken nicht geben können. Die Kathedrale ist als Burgkapelle der Wiener Neustädter Burg dem hl. Georg geweihte. Sie dient heute als Kathedrale der österreichischen Militärdiözese sowie als Kirche der Theresianischen Militärakademie. 

Komtur Christoph Schäffer (Komturei Niederösterreich) und seine beiden Vizekomture Markus Dock-Schnedlitz sowie Heinrich Stickelberger empfingen die zahlreichen eintreffenden Ritter und Gäste des St. Georgs-Ordens sehr herzlich. Angemeldet hatten sich (in alphabetischer Reihenfolge): Oliver Andrassy, Christian Blazek, Andreas Ecker (Nö-HB), Vizekomtur Aleks Hribovsek (Slo), Rudolf Kaindl (Nö-HB), Erich Kettner (Bgld), Christian Novotny, Vizekomtur Michael Pal (W-Bvd), Gernot Przestrzelski (W-Sbr), Günter Schiefert, Stefan Scholz (W-Bvd), Vizekanzler Franz Siegl, Christian Töltl (Bgld), Michael Wardian, Reinald Graf Wilczek, Komtur Joachim Zimmel (W-Hfbg) sowie Ordensdamen und Gäste. Beim Sammeln der Ritter in der Sakristei trafen dann auch der Prokurator Vinzenz Leopold Baron von Stimpfl-Abele und Ordensmarschall Thomas Bernhard von Schrempf ein.

Der Einzug der Ritter in die namensgebende Kathedrale der Komturei erfolgte hiernach unter Führung von Militärbischof Werner Freistetter, der das teils in Latein gehaltene Requiem sehr feierlich zelebrierte. Die Ritterschaft nahm im Chorgestühl nächst dem Grab Kaiser Maximilians I. Platz. Sechs Ritter des St. Georgs-Ordens lasen während der Totenmesse die Fürbitten. Musikalisch umrahmt wurde die Messe von der Schola Nova sequentia unter der Leitung von Guillaume Fauchère, der das Requiem von Pierre de la Rue (zirka 1460 bis 1518) aufführte. De la Rue war selbst Mitglied der burgundischen Hofkapelle in Brüssel und Mechelen gewesen. SKKH Erzherzog Karl war in der ersten Reihe im Hauptschiff der Kirche anwesend. Unterstrichen wurde der feierliche Rahmen auch durch die hohe Präsenz der Landsmannschaften. Auch das Wiener Neustädter Bürgercorps war angetreten.

Es folgte ein soldatischer Imbiss in den Speisesälen der Theresianischen Militärakademie. Danach fanden sich die Ritter mit ihren Begleitungen in den herrlichen Räumlichkeiten des Wiener Neustädter Rathauses ein, wo Vizekomtur Dock-Schnedlitz den Abend in bewährter Weise moderierte und speziell die anwesenden Damen begrüßte. Komtur Schäffer richtete seine Worte an politische Vertreter, Ritterschaft und Gäste, wies auf die Bedeutung der Veranstaltung hin und dankte sowohl der Stadt Wiener Neustadt als auch seinen Vizekomturen für die Organisation.

Der Prokurator hielt eine ergreifende Rede zur Person Kaiser Maximilians I., der in vorausschauender Weise ein Reich immenser Größe geschaffen hatte, in seiner Epoche bahnbrechende Modernisierungen durchgeführt und die Kriegskunst zur Hochblüte der damaligen Zeit entwickelt hatte. Auch eine Episode wurde erzählt, der zufolge Maximilian in einem als aussichtslos bewerteten Kampf „vom hohen Ross“ stieg um seine unterschätzten Fußtruppen persönlich anzuführen, solcherart „das Blatt zum Wenden“ brachte und die Schlacht für alle unerwartet gar noch gewinnen konnte.

Vizebürgermeister Schnedlitz griff diese Thematik gleich auf und verlieh seiner Wahrnehmung Ausdruck, im St. Georgs-Orden ein Bündnis zu erkennen, das für ritterliche Werte eintritt und international ein Umfeld schafft, das den Menschen ein würdiges Leben stabiler Werte in den Wirren der Zeit ermöglichen soll. Seine Herzlichkeit schuf im historischen Sitzungssaal eine verbindende Atmosphäre, die jeder an diesem Abend empfand und die noch bis weit über das vorgesehene Ende hinaus andauerte. 

Zahlreiche interessante Gespräche bei diesem bemerkenswerten Empfang, zu dem der Vizebürgermeister auch mit hervorragendem Buffet eingeladen hatte, rundeten den Abend ab. Vor allem spürte man den Geist der Ordensbruderschaft mit wechselnden Gesprächspartnern und den aus verschiedensten Ländern doch recht unterschiedlich weit angereisten Rittern.  Sie alle suchten den Kontakt, um sich zu vernetzen und auch weiterhin die gegenseitige Unterstützung im Dienste unserer Aufgaben freundschaftlich sicherzustellen. Besonders erwähnt seien Botschafter Stefan Scholz, der mit seiner Gattin Angelika aus Teheran angereist war, sowie Vizekomtur Aleks Hribovsek, der den weiten Weg aus Slowenien auf sich genommen hatte. Komtur Thomas Weickenmeier aus Tirol hatte bei der Organisation dankenswerter Weise den Kontakt zwischen unserem Orden und den Landsmannschaften im Sinne eines gedeihlichen Zusammenwirkens bewerkstelligt, war jedoch durch die seit Jahren heftigsten Schneefälle im Westen des Landes an der Anreise gehindert worden.

Die Gespräche zwischen dem Vizebürgermeister und der Komtureiführung loteten auch die Möglichkeit aus, die heurige Niederösterreichische Landesausstellung in Wiener Neustadt mit einer weiteren Veranstaltung der Komturei Niederösterreich zu verbinden, wozu der 20. November 2019 in Aussicht genommen wäre.