Ordenskonvent 2016 in Wien

Eröffnung der Ordens-Residenz

Am 15. April 2016 wurde die Residenz des St. Georgs-Ordens am Rennweg 10 feierlich eröffnet. Nach einer hochinteressanten Führung, gehalten von Prof. Wolfgang J. Bandion, durch die Kirche der Salesianerinnen, die nun auch die Stammkirche des St. Georgs-Ordens ist, fanden sich fast 250 Gäste ein, um den neuen Ordenssitz zu besichtigen. Großmeister Erzherzog Karl von Habsburg betonte nach der stimmungsvollen Segnung durch Bischofvikar Mag. Karl Schrittwieser, wie wichtig es sei, nicht nur räumlich, sondern auch spirituell eine Heimat gefunden zu haben. In diesem Sinne wurde die Ehrwürdige Mutter der Salesianerinnen, Schwester Maria Gratia Baier, in den Geistlichen Rat des St. Georgs-Ordens aufgenommen. Kanzler Dr. Helmut Günther übergab ihr mit herzlichen Grüßen an alle Schwestern einen Scheck von € 3000.- als Unterstützung für die Restaurierung der St. Georgs-Orgel im Gotteshaus.

Prokurator Norbert Baron v. Handel wies in seinem historischen Rückblich darauf hin, dass Wilhelmina Amalia, die Tochter des Herzogs Johann Friedrich von Braunschweig Wolfenbüttel war. Die Hochzeit Wilhelmine Amalias mit Kaiser Josef I. war politisch deshalb so wichtig, weil mit dieser Heirat die Verbindung zu ihren Verwandten, den protestantischen Welfen, im Interesse des Kaisers und des Reiches nachhaltig gestärkt wurde. Da ihr Vater zum katholischen Glauben konvertiert und sie deshalb katholisch war, war dies für Habsburg eine ideale Kombination. Ihr Sohn, Leopold, starb als Kind, ihre zwei Töchter heirateten die Kurfürsten von Sachsen und Bayern. Nachdem letzterer militärisch gegen ihre Nichte, die spätere Kaiserin Maria Theresia vorging, stellte sich Wilhelmina Amalia, nachdem ihr Schwager Kaiser Karl VI. die pragmatische Sanktion erlassen hatte, gegen ihren Schwiegersohn Karl Albrecht von Bayern und unterstützte bis zu ihrem Tod 1742 Maria Theresia in deren schwierigen Anfangsjahren als Herrscherin.

Danach erfreuten sich Ordensritter und Gäste an den wunderschön renovierten Räumlichkeiten in dem ehemaligen Teil des Klosters, der ursprünglich zu den Gemächern von Kaiserin Wilhelmine Amalia gehörte, und der Abend klang in bester Stimmung bei Wein und Prosecco aus.

Ordenstag

Am 16. April nahmen rund 350 Ritter des St. Georgs-Ordens, Ehrendamen, Postulanten und Gäste vor dem Stephansdom Aufstellung. Bei echtem Kaiserwetter und zu beschwingten Klängen der Regimentskapelle IR 4, Hoch- und Deutschmeister, marschierte der beeindruckende Festzug zur kroatischen Kirche am Hof, wo nach einem feierlichen Hochamt die Investituren erfolgten. Im Anschluss ging es zum Rathaus. Dort wurde nach der Begrüßung durch Vizebürgermeister Johann Gudenus und einer kleinen Stärkung der eigentliche Konvent abgehalten.

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